Taulé – Roscoff – Cléder 25.7.2019

Der Tag beginnt mit einem kontinentalen Frühstück, diesmal sogar mit einem Spiegelei. Dann Gepäck aufs Rad und wir folgen dem gut ausgeschilderten Radweg Richtung Saint-Pol-de-Leon. Wir wissen jetzt schon, dass die Radwege an der Küste mühsam sind, aber die atemberaubenden Blicke aufs Meer entschädigen für jede Mühe, diese sind auch oft überraschend, hinter einer Biegung oder nach einem Anstieg. Die Côte de Sables, die Sandküste, stellt sich viel milder dar als die Granitkueste, die Landschaft fällt flach zum Meer hin ab, die Aecker reichen bis ans Meer. In Saint-Pol-de-Mer biegt ein Traktor mit Anhänger, voll von frisch geernteten Artischocken um die Ecke. Wir trinken einen Café und fahren bis An die Spitze der Landzunge, Roscoff. Roscoff ist der Ausgangspunkt für Fernwanderwege und ein Knotenpunkt des 1300 km langen Radwege Netzes in der Bretagne. Leider wurde die Zugverbindung Lannion-Roscoff eingestellt, der Autoverkehr enorm.Bevor wir in den Hafen von Roskoff einbiegen, werden wir noch von einem netten bretonischen Fohlen, das mit seinen ca. 4 Monaten etwa 300 kg wiegen dürfte, samt zarter Mama mit etwa 900 kg begrüßt. Roscoff ist berühmt für seinen Zwiebelanbau. Früher brachten fliegende Händler die Zwiebeln nach England, sie bekamen den Spitznamen Johnnies!

Auf manchen Feldern liegen die Zwiebeln schon ausgegraben auf der Erde, dies muss sein, erst dann sind sie essbar, sie werden dann zu Zöpfen geflochten. Roscoff, früher großer Fischeteihafen, ist heute vor allem Anleger für Fähren bis nach Irland, ein gezeitenunabhängiger Anleger reicht weit hinaus. Wir genießen den obligatorischen Café und Wasser mit Cassis und vor allem Blick auf die weite Bucht. Von Roscoff geht es weiter bis nach Sibiril, von dort nach Cléder zu unserem Quartier, eine kleine private Pension,sehr hübsch. Anzumerken ist noch, dass die Handys nicht immer wissen, wo wir sind, merkwürdigerweise beide wechselnd. So auch heute, ein Handy wollte uns nur noch im Kreis drehen, das andere funktionierte.

37 (Küsten) Kilometer, ca 400 Höhenmeter

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Ploumilliau-Morlaix-Taulé 24.7.2019

Das Manoir des L‘sle hat uns zum selbst gestalteten Abendessen mit Salz, Pfeffer und mit Olivenöl geholfen. Das Frühstück typisch französisch. Das können sie noch verbessern. In der Nacht gut hörbare und identifizierbare Rufe einer Schleiereule mit Nachwuchs.

Ab 10:00 Uhr mit dem Rad unterwegs. Es wird heiß werden. Wir radeln Richtung Meer, es gibt immer wieder Radweg Abschnitte ohne Autos. Wir entscheiden uns dem Zeichen des Radweges an der Küste zu folgen . Wie am Vortag auch hier sehr schöne Küstenlinie. Irgendwann merken wir, dass die Strecke nach Morlaix zunimmt.

Es ist warm und es geht viel bergauf und bergab. Wir haben uns verfahren, aber es war sehenswert.

In Morlaix sehenswerter Hafen mit Sportbooten und Segeljachten. Wir setzen uns in eine Brasserie, essen eine Kleinigkeit und trinken Wasser.

Auf dem Office de tourisme bekommen wir Kartenmaterial mit den aktuellen Radwegen nach Roscoff und der Umgebung. Unser Hotel liegt etwas nördlich von Taulé, der Radweg führt hin. Aus der Stadt hinaus lange und anstrengende Steigung, geschottert, asphaltiert oder durch Wiesen kommen wir recht erschöpft im Hotel, dem Relais des Primeurs an.

Heute 50 km 500 Höhenmeter

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Pleudaniel nach Ploumilliau bei Lannion 23.7.2019

Granit Rose entlang der Jaudy Mündung bis Le Gouffre

Nicht nur, dass wir gestern Abend das Auto unserer Gastgeber benutzen durften und das Bett excellent-das Frühstück mit Früchten und Yoghurt vom Bauern war überragend, am gemeinsamen Tisch mit einer Gruppe von Franzosinnen serviert. Herzlicher Abschied und dann auf einer kleinen Straße nach Pouldouran und dann über die Brücke nach Tréguier. Hier beginnt unsere Tour für heute, entlang der Granit Küste, rosa genannt, weil viele Granitbloecke durch Eiseneinlagerung rosa leuchten. Zusammen mit zwei Briten radeln wir Richtung Norden, der Blick auf den mächtigen Jaudy Fluss zuerst, dann auf das Meer. Es ist tiefste Ebbe, durch den Gezeitenunterschied von 12 Metern weicht das Meer unfassbar weit zurück. Im Unterschied zum Schlick der Nordsee sehen wir jetzt auf steinigen Meeresgrund, der in allen Rosatoenen blinkt, die Steine noch feucht von der Flut. Dazwischen Wasserinseln, Boote und Urlauber. Bei Por hirs ein grosser Sandstrand, selbst bei Ebbe kann hier geplanscht werden. Wir sind nach knapp 30 km schon sehr erschöpft und kehren in einer Creperie ein, unsere Radfreunde laden uns zum Cidre, dem französischen Apfelwein ein, der aber viel besser schmeckt. Sie ist Deutschlehrerin, spricht perfekt, die Konversation kein Problem. In Pleugrescant biegen wir auf die Route d‘ Ajoncs ein, diese ist gut beschildert und führt uns zu immer neuen berauschenden Ausblicken, so schön und wild, faszinierend. Wir sehen Häuser, die auf der Halbinsel Le Gouffre zwischen Felsen geklemmt wurden, die wohl zu Ferienhäusern geworden sind. All überall Hortensien in allen Farben, bis zu 3 m hohe Büsche, jetzt ist Blütezeit. Und immer wieder dazwischen das Steine und Felsenmeer der Ebbe. Ein Naturerlebnis, das schwer zu beschreiben ist, so überwältigend. Es ist ganz still, kein Verkehr, hier dürfen keine Wohnmobile fahren. Nach Umrundung von Le Gouffre fahren wir durchs Inland nach Penvenan, von dort nach Lannion. Die Kuestenstrasse mit steilen Anstiege und das Suchen des Weges mit Anhalten und Anschieben der schweren Räder hat uns viel abverlangt. In Lannion kaufen wir heute selbst ein, Tomaten, Obst, Kaese und eine Flasche Cidre, das Restaurant in unserem Quartier hat heute Ruhetag… Der Weg zum Landgasthaus ist schwer, entlang einer stark befahrenen Strasse mit erheblichen Steigungen, die Handys streiken, GPS funktioniert nicht, deshalb Chaos und immer wieder die Ansage Bitte Wenden ohne Sinn. Zuletzt hilft uns eine Bäuerin, die Milch ausfaehrt, indem sie vorneweg fährt. Das heutige Quartier erweist sich als Maerchenschloss, das auf Kosten der Gemeinde restauriert wurde. Es gehörte einem Adligen, der in der französischen Revolution geköpft wurde. Ein Teil der Zimmer und das Restaurant sind jetzt privatisiert. Im Garten essen wir und trinken den Cidre, wir wissen noch nicht, was morgen ist. Heute 68 km 1200 Höhenmeter bi

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Lamballe-Paimpol-Pleudaniel 22.7.2019

Wiederum das gute Frühstück im Manoir des Portes.

Ab 8:00Uhr hat das Fahrradgeschäft auf. Wir rufen an und kündigen unseren Besuch bei ihm an. 10:00 Uhr sind wir da. Am Hinterrad von Sigi ist eine leichte 8. Es muss neu zentriert werden. Monsieur begrüßt uns herzlich, unterbricht seine Arbeit, um sich um uns zu kümmern. Er baut das Hinterrad aus, seine Hände sind dauerschwarz, es stört ihn nicht. Er findet eine gebrochene Speiche, Ersatz ist da. Das einsetzen der Speiche ist nicht einfach. Er baut die Zahnkränze ab und muss auch die Scheibenbremse abschrauben. Das geht alles flott, danach neues zentrieren des Rades und Einbau. Er kontrolliert noch dies und das, schmiert und schraubt den Ständer, der ihm locker erscheint, fester. Kosten: 11 Euro. Der Versuch ihm Trinkgeld zu geben weist er zurück, er sei der Patron…

Mit dem Zug (TER) von Lamballe nach Guingamp , hier umsteigen in einen weitern TER nach Paimpol, einem Hafenort mit großer Geschichte. Man fischte in ganzen Nordatlantik bis zur kanadischen Grenze und um Island herum. Ausstatter für die Schiffe hatten Niederlassungen am Hafen. Der Fluss heißt Trieux, er unterliegt dem Einfluss der Gezeiten, das Meer hat zwischen Ebbe und Flut bis 12 m Unterschied. Bei Ebbe fließt ein Rinnsal, die Ufer steigen, schlickverschmiert beidseits steil an. Bei Flut ist es ein mächtiges Gewässer, welches kilometerweit ins Landesinnere strömt. Heute dient fast alles dem Tourismus. Der Hafen hat zwei Schleusentore, damit die Boote nicht auf dem Trockenen liegen. Wir fahren, von Neugier getrieben durch den ganzen Hafen.

Von Paimpol fahren wir mit dem Rad nach Pleudaniel, wo unser Quartier gebucht ist. Unterwegs überqueren wir den Trieux. Überspannt wird das Wasser von einer Hängebrücke, von armdicken Stahlseilen gehalten.

Bei der Ankunft berät uns das Empfangskommittee über Lokale der Umgebung. Es endet damit, dass der Maitre uns seinen Wagen anbietet, um zum Essen zu fahren. Sehr großzügig! Wir bedanken uns -und nehmen an. Das dessen ist gut in der Auberge de Trieux.

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Lamballe 21.7.2019

Lamballe ist ein netter kleiner Ort, der sich viel Mühe gibt, als touristisches Zentrum an der Ost-West-Achse der Bretagne zu brillieren. Blumen an jeder Ecke, gepflegt mit der in dieser Region typischen gotischen Kathedrale. Wir haben heute Ruhetag, Waeschewaschen ist allerdings nicht möglich, da es noch zu kalt ist, wir lesen und schauen uns nachmittags das zweitgrößte Nationalgestüt Frankreichs , das Haras National an. 1825 erbaut, um Pferde vor allem für das Militär zu züchten, standen hier in der Blütezeit 398 Hengste, heute 25 bis 30. darunter allerdings 6 wunderschöne schwere Bretonen , bis 865 kg schwer. Da die Zeit der schweren Pferde vorbei ist, wird jetzt ein leichteres Pferd durch Einkreuzen von Norfolk Pferden angestrebt. Die Pferde waren toll, aber die Ställe verwaist, die Holztüren verfallen. Staatlich ist nur noch die Zucht, die Gebäude werden durch ein Syndicat von Kommunen und Privaten sowie den Einnahmen aus den Führungen und touristischen Events erhalten, ein Riesen Investitionsstau, das sieht nicht gut aus. Was die Zucht angeht, hatte der Star der Bretonen, der Eisenschimmel, immerhin 108 Suten, das ist sehr viel. Nach der Führung fahren wir zum Bahnhof, wir brauchen dringend Wasser. Da sind wir Zeuge eines ungewöhnlichen Schauspiel, vor dem Bahnhof haelt ein Auto nach dem anderen, Söhne und Töchter, Partner und Freunde, Junge und alte werden ausgeladen und verabschiedet und eilen zahlreich auf Gleis B zu, jetzt ist es klar, der schnelle TGV läuft ein, die Pendler fahren nach dem Wochende Richtung Paris. Wir essen in der Brasserie Le Prieure in Lamballe sehr gut und fahren zurück in das schöne Landgasthaus Manoir des Portes, La Potterie, Lamballe. bi

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Vivier-s-Mer-Dinan-Lamballe 20.7.2019

Das Frühstück im Le Bretagne überraschend gut. Das Abendessen am Vorabend, eher weniger.

Wir fahren in Richtung Dol de Bretagne, das liegt ja nur 7 km entfernt. Etwa 2 Km vor Dol liegt ein Granitfelsen unvermittelt in der Landschaft, der Mont Dol, ca 50 m hoch.

Kurz vor Dol nieselt es, 5 Minuten später dichter Regen. In Dol ist Markttag, wir sehen, wie alle Menschen in die Cafés fliehen. Wir auch . Nach 30 Minuten geht es weiter, Zwischenziel ist der Menhir du Dol de Bretagne, ca 5 km vom Ortskern entfernt. Er ist 9,3 m hoch und wurde etwa 4 km entfernt in einem Steinbruch zurechtgeschlagen, heran transportiert und hier aufgestellt. Das geschah etwa 4000 J vor Christi Geburt. Er ist der größte Megalith in Frankreich. Manche Legende begleitet seine Geschichte….

Es regnet wieder, wir unterstellen uns und die Fahrräder 2 mal unter geeignete Bäume.

Weiter nach Foret du Mesnil zur Maison des Fees, (Haus der Feen), einer 4000 Jahre alten keltischen Begräbnis Stätte. Ehemals ein Hügel, innen ein enger Gang ca 12 m lang; 1,3 m hoch , die Wände und das Dach, schwere Steinplatten. Am geschlossenen Ende ein stehender Stein, in den vier weibliche Brüste hineinmoduliert wurden. Ein Ort der Würdigung der lebensspenden Kraft und des Todes, gedacht nicht nur zum Gedenken an die Toten, sondern zur Kommunikation mit den Vorfahren. An der D 9, einer wenig befahrenen Straße ist ein Parkplatz, dann in den Wald 250 m. Wir sind hier alleine.

Weiter über wenig befahrene Straßen, ständig kurze, teilweise scharfe Anstiege und Abfahrten. Richtung Dinan.

Wir hatten gehört, dass Dinan, an der Rance gelegen, einem kurzen, aber nicht kleinen Fluss mit hübschen Häusern aus Stein und einem ehemals florierenden Hafen. Nun scheint die Sonne, wir genießen Crêpes mit Grand Marnier, Café und Wasser. Der Anstieg vom Fluss zum Ort Dinan, der wunderschön ist und ein Touristenmagnet ist steil. Die Straße überwindet 80 Höhenmeter. Wir besichtigen die Stadt, viele Cafés, Strassenmusiker, dies und das für Touristen. Engländer sollen viele Häuser gekauft haben. Ein Ober, er selbst Engländer, mit einer Französischen Frau befreundet, sagt, so richtig schön sei es von Oktober bis Mai, wenn die Touristen weg seien. Auf der Anderen Seite der Stadt liegt der Bahnhof, wir wollen nach Lamballe, dem Sitz des Haras National, einem Gestüt für die Zucht der schweren bretonischen Pferde. Das wollen wir sehen. In Lamballe ist unser Quartier das Manoir des Portes. Es liegt 3,5 km vom Bahhof entfernt.

Heute 51.5 km mit dem Rad.

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St. Malo nach Vivier sur mer 19.7.2019

Früh verlassen wir das Quartier, der Himmel grau, viel Wind, dieser aber warm. St. Malo haben wir uns nicht näher angeschaut, ein Touristenort ohne Farben, die Attraktion des Ortes ist die alte gut befestigte Korsarenfestung im Meer vor dem Ort gelegen, Intra muros genannt. Korsaren kaperten im Unterschied zu Piraten Handelsschiffe mit einer an Bord mitgeführten Lizenz des jeweiligen Souverän. Das erbeutete Gut wurde aufgeteilt, ein grosser Teil ging an die Krone. Wir fahren auf der D 201 entlang der Küste in Richtung Cancale. Wunderbare Einblicke auf Meeresbuchten mit grossen Sandstraenden, außerhalb der berühmten Badeorte eher leer. Die Bretagne ist nach der Cote d’Azur zur beliebtesten Ferien Region Frankreichs geworden. Die Strasse steigt kontinuierlich an, bis wir die Landzunge La Varde, von dort führt die 201 in Richtung Pointe du Groin. Rasante Abfahrt nach Cancale, in der Bucht vor der berühmten Klosteranlage Mont St. Michel gelegen.

In Cancale empfängt uns die gotische kleine Kathedrale mit nur einem Turm, aus dem landesueblichen dunklen Granit gebaut, das erinnert an dunkle anglikanische Zeiten. Auch die Bretagne hat durch die strategisch wichtige Lage am Meer wechselvolle Zeiten erlebt, bereits 5000 vor Christus gab es menschliche Siedlungen. Nach den Kelten kamen 56 nach Christus die Römer, später stritten sich Engländer und Franzosen um die Bretagne. Die Bretonen kämpften jeweils um die Autonomie, 200 Jahre hatten sie ei. Eigenes Königreich. Im zweiten Weltkrieg kollaborierten die rechten Nationalisten der Bretagne mit den deutschen Besatzern. Heute ist die Bretagne durch Ackerbau und vor allem Tourismus reich geworden. Wir erreichen Le Vivier – sur- Mer und genießen die ersten Austern, köstlich. Hier liegt auch unser Quartier, das Hotel Le Bretagne. Dort essen wir abends mit Blick auf das anrollende Meer, die Flut drängt in die Bucht, wir beobachten das Schauspiel über zwei Stunden.

37 km an der Küste mit starkem Wind und hügelig

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Paris – St Malo 18.7.2019

Vormittag noch im Hotel. Das Frühstück vorzüglich.

Wir fahren Rad zum Bahnhof Paris Monparnasse, der sich als erstaunlich groß erweist. Insgesamt 3 Hallen, verschiedene Ebenen, 22 Gleise. Wir fahren von Gleis 19 ab. An der Stelle ein Lob der französischen Bahn, bisher, ohne Ausnahme, pünktlich bzgl Abfahrt und Ankunft.

Die Fahrt geht zunächst nach Le Mans, umsteigen nach Rennes. Alle Bahnhöfe mit Fahrstühlen oder Rolltreppen so dass das Schleppen der Räder entfällt. Die TER Züge sind modern, der letzte in der Kette heutiger Züge geht von Rennes nach St Malo. Der Bahnhof top-modern, neu gebaut. Ein Espresso, dabei zuhören dem Klavier, welches zur freien Benutzung steht. Im Zug eine Überraschung. Zwei breite Türen nebeneinander, so dass das Fahrrad nicht gegen den Druck der einströmenden Fahrgäste auch vorwärts aus dem Zug geschoben werden kann. Noch nie gesehen. Im Paris lernen wir noch einen Briten mit Fahrrad, er reist nach Bordeaux und will längs die Pyrenäen durchqueren. Er schimpft über den Brexit, wir sind einer Meinung. Letztes Jahr hat er die USA von New York bis zum Pazifik mit dem Rad durchquert. Kurze, aber intensive Begegnung.

Im Zug nach Le Mans begegnen uns zwei Deutsche, mit insgesamt 4 schwarzen Hunden, Riesenviechern, 2 Labradore , ein Gemischter und einer Dogge, keiner unter 45 kg. Sie riechen übel, wie die zwei Landsleute, und knurren jeden an der vorbeimuss.

In St Malo sind wir um 20:32 Uhr. Es riecht nach Meer, wir sind in der Bretagne, damit fängt die „eigentliche“ Radtour ab morgen an. Wir müssen nur noch 4 km mit dem Rad bewältigen. Wir träumen vom ersten Fischgericht.

Paris war ein schönes Zwischenziel.

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Tag 3 -17.7.2019 – Paris

Heute wollen wir Paris mit dem Fahrrad erkunden, ohne Gepäck ist dies eine sehr schöne Art, eine Metropole wie Paris kennenzulernen. Wir folgen dem Plan einer der Stadtrundfahrten, die im Hotel auslegen.

Notre Dame ist der Ausgangspunkt, dann entlang der Seine bewundern wir den Louvre, die Tuilerien, die Invalidenbruecke. Die Tour läuft zur Zeit, wir sind im Geiste dabei und siegessicher radeln wir die Champs Elysees hinauf bis zum Arc de Triomphe. Hier werden wir Teil eines ungewöhnlichen Verkehrsschauspiels. Ohne erkennbare Ordnung, ohne markierte Fahrspuren bewegt sich ein vierspuriges Autokarassell um den Arc de Triomphe. Von rechts fädeln sich laufend Autos ein, wir mittendrin. Kein Hupen, alle nehmen aufwindet Rücksicht, unglaublich. Leider war keine Zeit,zu fotografieren. Wir erreichen den kleinen Place Trocadéro, es ist heiß. In einem Salon de Thé trinken wir Wasser, sehr schoen und bequem zu sitzen, die Toilette darf benutzt werden, keine Selbstverständlichkeit im Zentrum von Paris. Von dort zum Eiffelturm und am anderen Seineufer zurück. Während in Berlin die Monumente der Geschichte zum Teil weit auseinanderliegen, zeigt Paris seine Sehenswürdigkeiten und Skulpturen eng gepackt entlang der Seine. Dies erzeugt eine hohe Dichte und verstärkt die Empfindung von siegreichen Feldherren, Siegen überhaupt, von alter und neuer Kultur. Die Gebäude der Sorbonne zieren mit historischer Architektur ganze Straßenzüge. Touristenstroeme zu Fuß, zu Rad und vor allem auf kleinen Elektrorollern überall, die Infrastruktur kommt nicht mit, ähnlich wie in Berlin. Aber die Stadt ist dabei, breite, gesicherte Radwege anzulegen, die eine ganze Fahrspur einnehmen, die ewige Autoschlange quaelt sich durch Paris Mitte wie eh und je entlang der Seine. Der Eiffelturm beeindruckt auch uns, zeitlos strebt er in die Höhe, 324 m, 1887 im Rahmen einer Weltausstellung zur Erinnerung an die Französische Revolution erbaut. Egalité, Liberté et Fraternité, Werte, die heute noch so umkämpft werden wie damals. Müde und erschöpft kommen wir nach 5 Stunden ans Hotel zurück. Dieses liegt unmittelbar gegenüber der Metrostation Denfert-Rochereau, die einzige Metrostation, die noch den Jugendstil Charakter, in Frankreich Art Nouveau genannt, aufweist, mit gefasten weissen Kacheln und orangefarbenen Bändern.

20km durch die Stadt

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Mulhouse nach Paris 16.7.2019

Heute ohne Frühstück aus unserem „Altersheim“ losgefahren. Das gibt es erst ab 7:30 Uhr, unser Zug geht schon um 7:49. Das Gleis wissen wir nicht, auch nicht wie die gepackten Räder auf den Bahnsteig gelangen werden.

Das stellt sich bei Ankunft auf dem Bahnhof als unkompliziert dar. Es gibt Fahrstühle und Rolltreppen. Der Zugchef weist uns die Stellplätze für die Räder und Sitzplätze für uns zu. Der Zug , ein TER, der TGV nimmt keine Räder mit, ist modern, schnell, gut anzuschauen, schnell und pünktlich. Er braucht 4 Std und 50 Minuten bis Paris. Die Landwirtschaft prägt die rasenden Bilder an den Fenstern. Wasser und Kanäle, die einst für die Schifffahrt waren, nun eher für die Freizeit dienen. Vom Zug aus buchen wir ein Hotel in Paris.

Paris ist sonnig, warm, aber auch laut. Die Stadt hat auf vielen Straßen Fahrradstreifen ausgewiesen. Mal eigene Spur, mal als Teil der Busspur, mal in die re Straßenseite an den Rand gedrückt. Wir radeln vom Gare de L‘est, zur Seine, wollen die Notre Dame sehen, nach der Brandkatastrophe. Beeindruckender Anblick. Wir sitzen in einem Café mit Blick auf die Türme und die gotische Fassade und essen Baguette mit Käse, Wasser und trinken Kaffee.

Mit dem Fahrrad weiter zum Jardin du Luxembourg, der ein Magnet in der Stadtmitte ist. Liebespaare, Flaneure, Jung und Alt, Kinder und Jugendliche lassen Boote auf dem Wasser fahren.

Weiter berghoch zum Hotel. Es heißt Hotel du Midi. Unser Zimmer ist gebucht. Die Dame an der Rezeption weigert sich aber, obwohl Garage für Autos und ein abschließbarer Hof vorhanden sind , unsere Räder zu beherbergen. Der Grund ist, so die Auskunft, der fehlende Versicherungsschutz für Fahrräder. Wir diskutieren, streiten, drohen abzureisen. Dann findet sich eine Lösung. Wir dürfen die Fahrräder in den abgeschlossenen Innenhof stellen. Wir sind zufrieden, es herrscht wieder Frieden.

Unser Hotel liegt an der Station der „Metropolitain“, kurz Metro genannt, sie heißt Denfert-Rochereau. Die Metrowagen haben Räder für die Gleise und große Gummiräder. So können sie auf unterschiedlichen Leitmedien fahren. Mit der Linie 6 fahren wir zum Abendessen ins „Il Barone“, einem Italiener.

Heute insgesamt ca 10 km durch Paris geradelt.

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