Von Camaret-sur-Mer nach Quimper 31.7.2019

Das Frühstück im Hotel de France teuer und einfallslos, das Meer grandios. Vor ca. 30 Jahren waren wir schon al hier, in Camaret mit den noch kleinen Kindern, eingeladen von Freunden. Damals war Camaret noch der bedeutendste Hummerhafen Frankreichs, die Hummer, Langusten und Krabben schwammen zu Tausenden in grossen Wasserbecken am Hafen, bereit zum Transport. Damals kauften wir einen Hummer und meinten, dass er im Suesswasser der Badewanne gut aufgehoben wäre, was durch die unvermeidliche Osmose zwischen Suess und Salzwasser nicht gut war. Geschmeckt hat er unvergesslich, bis heute. Jetzt aber ist alles verschwunden, aus dem unauffälligen, aber bedeutenden Fischerdorf ist ein verloren wirkendes Touristennest geworden, das mehr von seiner Vergangenheit als von der Gegenwart lebt. Ganz anders Quimper, das wir unkompliziert mit Bus und Fahrrädern erreichen. Die Touristen strömen, begabte Musiker spielen keltische Musik mit Dudelsack und einer geraden kurzen Art Klarinette, wir kennen dieses Instrument nicht, sehr professionell, laut Internet könnte es eine bretonische Bombarde sein. Die Kathedrale liefert den würdevollen Hintergrund. Gegenüber wird eine Ausstellung über das Ende des Impressionismus bis 1939 gezeigt, eine sehr schöne und seltene Sammlung französischer Maler dieser Zeit. Leider ist der Katalog zu schwer, wir begnügen uns mit einem Plakat und Smartphone Fotos, hier wird ungeniert fotografiert. Am Bahnhof kaufen wir Fahrkarten für die Heimreise am Sonntag, dazu später. Am Bahnhof steht ein bisher nicht beachteter Literatur-Automat, an dem Kinder und Erwachsene Kurzgeschichten auf Knopfdruck ziehen können, sehr beliebt. Alles liest, bis der Zug kommt. Ich lese die Fabel der Wolf und der Hund von La Fontaine, sehr spannend, es geht um die Freiheit des hungernden Wolfes oder die Sicherheit des an der Kette liegenden Hundes, der gut genährt wird. Jetzt müde suchen wir das Hotel Oceania etwas außerhalb, das sich entgegen aller Skepsis gegenüber Hotels als großzügig und mit gutem Abendmenue erweist.

Dieser Beitrag wurde unter Allgemein veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.