Sibiril-Berven-Landivisiau-Martyre- La Roche-Maurice-Saint Urbain 28.7.2019

Wir fahren nach dem Frühstück los. Heutiges Ziel ist ein Quartier bei Saint Urbain, Traonvoez . Es ist bedeckt, ca 22 Grad, milder Wind. Ab Abfahrt stetiges bergauf und bergab. Erste Überraschung ist Berven, Teil von Plouzévédé. Eine Kirche , einst Pilgerziel, von 1531 mit einem Triumphportal benannten Eingangstor und einem Turm mit offen sichtbaren Glocken. Reicher Schmuck mit Figuren , Blumen, Monstern aus Stein geschlagen. Die Figuren sollen beim Bau der Tuilerien in Paris und des Louvre Beispiel gegeben haben.

Wir sind auf der D35 und kommen nach Landivisiau. Es ist Sonntag , der Ort wirkt Menschenleer. Wir folgen nun der D 712 an der Élorn lang bis Roche Maurice. Der Fluss mündet bei Brest als mächtiger Strom in den Atlantik. Die unteren Kilometer unterliegen dem Einfluss der Gezeiten. Hier ist es ein klares, kleines Wasser, das ruhig fließt. In Plounéventer eine Kirchenruine, auch aus dem Anfang des 16. JH am Ufer der Élorn gelegen.

Auf der kleinen Brücke ein Angler, der sich zum Fliegenfischen vorbereitet und dann in den fluss steigt. Er erklärt, dass im Wasser Forellen und Lachse vorkommen, diese immer seltener, bei Brest Fischen sie mit großen Netzen, so dass die Fische nahezu vollständig weggefangen werden und nicht zum Laichen hochkommen.

Wir kehren an einer Creperie , einer alten Mühle am Fluss ein. Es gibt Cidre, der übrigens aus Tassen getrunken wird, die gut für Kaffee gemacht sein könnten, Crêpe und Galettes. Crêpe sind bekannt, in der Regel süß. Galettes werden aus Blé noir gemacht, einem Buchweizenmehl, und vertragen sich mit Wurst, Schinken, verschiedenen Käse Sorten, Gemüse und mehr. Die Wirtin ist aus Ouessant einer Insel , ca 20 km vor der bretonischen Küste, quasi einem Wächter vor der Einfahrt in den Ärmelkanal. Sie war über 10 Jahre in Paris arbeiten, nun ist sie nach Hause, zumindest in die Bretagne zurückgekehrt. In der Jugend sprachen die Großeltern nur bretonisch mit ihnen. Sie kann es noch.

In La Roche-Maurice überqueren wir den Fluss. Die Straße steigt an und wird für 6 km berghoch gehen. Bis Martyre, hier erneut eine alte Kirche, Anfang des 16. JH gebaut. Zufällig ist ein Junger Mann da, der Führungen anbietet. Er bietet sich an uns die Kirche zu zeigen und die besonderen Merkmale des bretonischen Kirchenbaus in dieser Zeit zu erläutern.

Die Kirche hat wunderschöne bunte Fenster aus dem 16. JH und im vorderen Drittel rechts und links zum Altar weisend etwas, was wir noch nie gesehen haben. Ein steinernes Xylophon, Aus Granit gemachte Säulen, jede anders, dünner, breiter, Podeste verschieden, die jeweils auf einen anderen Ton gestimmt waren. Sie repräsentieren die damaligen Kirchentonarten. Heute sind Sie durchscheinende „Raumteiler“, anschlagen und Töne erzeugen darf man nicht. Sie heißt Saint Salomon. Eine umlaufende Mauer und Erhöhung war zum Schutz vor dem Eindringen von Schweinen, die zum Weiden getrieben wurden, gedacht.

Jetzt nur noch Etwa 10 km bis Saint Urbain, dem Ortsteil Traonvoez. Es sind ruhige Straßen ( D764 und die D87) durch Fekder und Wälder. Wenig Verkehr. Wir fanden es über bookingcom. Bei der Ankunft ist es ein ehemaliger Bauernhof, aus Stein, die Begrüßung ist herzlich. Wir bekommen Brot , Schinken, Käse, Cidre, Äpfel, Erdbeeren aus dem eigenen Garten und zwei Eier zum Abendessen angeboten. Wir essen draußen, bei totaler Ruhe, Blick über Täler und Hügel.

Das Haus ist typisch bretonisch. Aus Stein gebaut, auf beiden Giebelseiten Schornsteine. Die Steine und deren Farbe wechseln mit dem Angebot der Region, auch die Größe. Manchmal auch mehrere aneinander gesetzt. Das Muster ist aber typisch. Gedeckt ist es meist mit Schiefer. Die Fensterläden können bunt sein, zum Beispiel blau.

47 km ca 800 Höhenmeter.

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