21. Tag Fisterra 30.8.2015

Frühstück Obst und Joghurt, später Café und etwas Rührei bei Christine im Hafen. Wir treffen die zwei Pilger von gestern, dazu zwei Frauen aus Reutlingen, die am Nebentisch sitzen, interessantes Gespräch über die Erfahrungen unterwegs, beim Pilgern zu Fuß und zu Rad.

Einiges sehen wir ähnlich. Zum Beispiel, dass aus primär religiösen Gründen kaum jemand unterwegs ist. Der einen Frau ist eine evangelische Pfarrersfamilie begegnet.  Es schienen die einzigen zu sein. Die Motive der anderen: sehr bunt. Urlaub aktiv, Sportliche Herausforderung, kulturelle Interessen oder geschichtliche, neu für uns, von Spaniern häufiger benutzt, ist dass sie das Pilgerdiplom bei Bewerbungen als Beweis für Durchsetzungsfähigkeit, für Zähigkeit und soziales bzw religiöses Engagement verwenden. Der Camino ist eine echte Alternative für Beziehungs Apps. Ein Markt der Partner Vermittlung in jede Richtung. In den Herbergen herrscht ein Kampf um die Plätze, die Vergabe ist undurchsichtig. Viele Pilger buchen vor und man wird, obwohl erschöpft ankommend wegen Überfüllung abgewiesen, obwohl das Quartier leer ist.  Die Hygiene und der Komfort waren öfters mehr als dürftig. Wir bevorzugten ja Pensionen und Hotels.

Wir fahren erneut zum Cap Fisterra rauf. Heute ist das Wetter traumhaft sonnig, die Sicht ist unendlich weit. Wir sehen Möwen, Sturmschwalben und einen Falken, der auf dieses Gebirgs/Ozean/Salzwasser Gebiet offenbar spezialisiert ist. Wir versuchen uns in der Sprache der Möwen zu üben, sie sind jedoch an uns nicht interessiert. Übrigens ist das Cap Fisterra nicht der westlichste Punkt Spaniens, das ist der Cabo Touriñan. Der westlichste Punkt Europas ist in Portugal das Cabo de Roca. Fisterra ist halt das berühmteste Cap, da hier der Jakobsweg endet, weil die See so gefährlich ist und weil hier mehrere Seeschlachten stattfanden. Wir bleiben auf den Granitklippen hoch über dem Meer über zwei Stunden sitzen und sinnieren über vieles, meist schauen wir schweigend aufs Meer und die Vögel.

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Unterwegs im ländlichen Gebieten fiel uns auf Feldern eine in Reihe stehende Pflanze auf mit unten verholztem Stamm, bis etwas 1,2 Meter hoch, oben mit grünen bis ins violette gefärbten Blättern. Keine Knolle, keine Frucht dran. Was sollte das sein? Wir kannten es nicht. Die Aufklärung brachte die Wirtin und das Internet. Es ist eine Kulturform, offenbar besonders hier vorkommend, und heißt „col“. Sie ist mit unserem Kohl verwandt.

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Am Nachmittag zurück nach Finisterre zum Baden. Eine Bucht mit feinem Sand und klarem Wasser. Die WasserTemperatur beträgt 19 Grad. Man muss sich überwinden reinzugehen, dann ist es wunderschön. Wenn die Sonne scheint geht das.

Nach dem Baden treffen wir die zwei Reutlinger Frauen und verabreden uns zum gemeinsamen Abendessen bei Don Percebo. Salat, Pulpo Gallega, Scampi, Almejas, Flan nueces

Ein sehr schöner und entspannter Tag.

12 km Rad, 280 Höhenmeter

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