Quimper nach Mannheim 4.8.2019

Andrea und Steffi setzen uns in Quimper ab. Wir fahren 1.Klasse im TGV nach Paris, die zweite Klasse war ausgebucht, die Sitze sind toll. Im Bahnhof Montparnasse ein unglaubliches Gewimmel von Menschen, grosse Entfernung zur Metrostation. Wir schaffen es mit Hilfe, am Automat Tickets für die Metrolinie 4 zu ziehen, die M 4 verbindet die Pariser Bahnhöfe Montparnasse und Gare de l’est (Ostbahnhof). Es dauert eine halbe Stunde, wir warten auf den ICE nach Frankfurt. Ein unerwartetes Chaos im Zug, da der vorige ersatzlos ausgefallen ist, und alle wollen mit. Nach 8 Stunden Bahnfahrt sind wir wieder in Deutschland, in Mannheim, zu schnell nach drei Wochen Bretagne auf dem Rad. Morgen müssen wir nach Eisenach, das Auto abholen, das dort repariert wurde.

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Pouldreuzic-Guilvinec-Pont-l‘Abbe 3.8.2019

Es ist der letzte Tag auf dem Rad. Wir fahren die gut asphaltierte küstennahe Straße in Richtung Tréguennec nach Penmarch.

Unterwegs lernen wir eine Rad fahrende Französin kennen, die hier Urlaub macht kennen. Etwa 15 km fahren wir zusammen. Sie wohnt im Süden, u bewacht ein Haus von Freunden in den Ferien. Sie erzählt von ihrer Liebe zur Bretagne, zu den Menschen, der Landschaft, der Geschichte und wir Nicken zustimmend. Auch wir fühlen uns hier wohl.

Zwischendurch fallen einige Tropfen. In Penmarch kein Lokal in Sicht wir fahren nach Guilvinec weiter. Kaffee und Einkäufe von Kuchen . Wir wollen am Nachmittag uns mit Andrea und Steffi , die mit ihrem Wohnmobil bei Treffiagat urlauben, treffen.

Guilvinec ist ein großer Fischereihafen, der noch aktiv ist. Große Markthallen zum lagern und verkaufen des Fangs und Werften in der Hafenumgebung . Selbst bei Ebbe liegen die Schiffe im Wasser.

Jetzt fallen mehr und irgendwie dicke Tropfen runter, aber das stört nicht. Wir radeln noch die letzten 3,5 km und werden mit Kaffee und dem Kuchen begrüßt.

Am Abend fahren wir zu viert zurück zum essen nach Guilvinec. Die Austern sind frisch, handgehavktes Tartar, frischer Fisch, gute Creme brulee. Nach dem Abendessen fahren wir noch 11 km, einschließlich verfahren, nach Pont l‘Abbé , wo unser Quartier ist. Madame haben wir informiert, dass wir spät kommen. Sie erwartet uns.

Heute 63,5 km

P

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Pouldreuzic nach Audierne und zurück 2.8.2019

Heute ist ein Ruhetag, der keiner werden sollte: Sonne und Meer locken, wir schwingen uns auf Rad , erstmal runter nach Penhors, dem Surferparadies. Dann finden wir die Küstenstrasse, die sehr gut zu fahren ist. Hügelig, aber wenig Verkehr. Grosse Buchten mit unendlichen Sandstraenden, eine ideale Küsten Landschaft zum Baden und Verweilen, gerade auch für Familien mit Kindern. Die großzügige Landschaft verträgt viele Touristen, trotzdem sind überall och Stellplätze frei. Dieser Küstenstrich wurde bereits von Steinzeitmenschen geschätzt. Bekannt ist eine Höhle, die damals bewohnt wurde, der Meeresspiegel lag etwa 8m tiefer. Darüber findet sich hoch über dem Meer eine grosse neolithische Grabanlage, mit Namen Allee couverte de Menez corriged . 3200 bis 3.800 vor Christus erstellt, sollten diese Grabanlagen die Verbindung der Lebenden zu den Toten ermöglichen. Informativ die Tafeln und ein kleines Museum. Da die Grabanlage nahe der Kuestenstrasse liegt, wird sie auch von vielen wahrgenommen, sehr eindrucksvoll. Immer der Küste folgend, gelangen wir nach Audierne, entlang der breiten Mündung des Flusses Le Geyen angeordnet. Ein schöner Yachthafen und vor allem auch noch aktiver Fischereihafen. Mit der Flut kommen Sie zurück und laden Ihre Schätze aus: glänzende Hummer, Krabben und bereits auf See adrett in Kisten verpackte Doraden, hier rötlich schimmernd,eine grosse Krake. Die Fischer sagen es war ein ganz guter Fang, 3Stunden waren sie draußen. Ein Teil der Krabben wird gleich am Schiff verkauft, der groesste Teil landet in der Fischhalle. Wir denken bei diesem Anblick ans Abendessen und fahren zurück, die gleiche Strecke, weil so schön. Hier entdecken wir ein einsames Restaurant am Meer Le Menhir, das im Internet sehr gelobt wird. Wir nehmen es auf uns, nochmal 8km hin und zurück zufahren. Das Essen war so gut, wie versprochen und eigentlich die Rückfahrt mit leichtem Rueckenwind angenehm.

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Quimper-Pouldreuzic 1.8.2019

Der Weg raus aus der Stadt ist nur per Navigation und GPS zu finden. Wir fahren Richtung Westen und finden kleine Straßen mit wenig Verkehr, viel Grün und Landwirtschaft. Abgeerntete Felder, Heu-, und Strohballen, selten große Quaderballen.

Weniger Hortensien. Wir passieren Pluguffan, bestaunen eine weitere steinerne Kirche mit etwas schiefen Turm, und folgen der D40. An einigen, eher kurzen Abschnitten, begleitende Radwege. Auch hier stetes auf und ab. Nach 24 km sind wir in Pouldreuzic und erreichen unser Hotel. Es heißt Le Capricorn. Es ist eine angenehme Überraschung. Gepflegte Anlage mit ansehnlichen Zimmern.

Wir checken ein, laden ab und fahren die D40 weiter and Meer, es sind 4 km . Die Ebbe endet und die Flut kommt auf. Das Meer rauscht , wir fahren den Hafen von Penhors ab, schauen uns die Schule fürs Surfen und fürs Strandsegeln an und bestaunen die wagemutigen Menschen, die immer wieder versuchen auf dem Brett zum stehen zu kommen und wenigstens kurz von der Welle mitgenommen zu werden. Wie schwer ist der Weg zur Eleganz, wie angsteinflössend müssen Wellen von vielen Metern Höhe sein, wo die faszinierenden Bilder herkommen. Wenige kleine Lokale mit Terrassen laden zum Mittagessen ein.

Die Kirche von Pouldreuzic ist klein und schief, aber hat Charme. Erstaunlicherweise führt nur eine Steintreppe zum Turm am Rand des steilen Daches. Unten müsste, um hochzukommen eine Leiter angestellt werden. Vertrauen in die eigene Schwindelfreiheit wird gebraucht. Damals waren Arbeitssicherheitsexperten nicht gefragt worden.

Am Abend im Restaurant unseres Hotels zweite angenehme Überraschung: das Essen ist gut. Austern und Fisch, als Nachtisch etwas sehr französisches: Fromage blanc. Übersetzt heißt es weißer Käse, ist ein Quark, leicht und Zart, säuerlich, den man mit Zucker oder Frucht-Mus essen kann; sehr lecker, danach Kaffee.

Heute 35 km

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Von Camaret-sur-Mer nach Quimper 31.7.2019

Das Frühstück im Hotel de France teuer und einfallslos, das Meer grandios. Vor ca. 30 Jahren waren wir schon al hier, in Camaret mit den noch kleinen Kindern, eingeladen von Freunden. Damals war Camaret noch der bedeutendste Hummerhafen Frankreichs, die Hummer, Langusten und Krabben schwammen zu Tausenden in grossen Wasserbecken am Hafen, bereit zum Transport. Damals kauften wir einen Hummer und meinten, dass er im Suesswasser der Badewanne gut aufgehoben wäre, was durch die unvermeidliche Osmose zwischen Suess und Salzwasser nicht gut war. Geschmeckt hat er unvergesslich, bis heute. Jetzt aber ist alles verschwunden, aus dem unauffälligen, aber bedeutenden Fischerdorf ist ein verloren wirkendes Touristennest geworden, das mehr von seiner Vergangenheit als von der Gegenwart lebt. Ganz anders Quimper, das wir unkompliziert mit Bus und Fahrrädern erreichen. Die Touristen strömen, begabte Musiker spielen keltische Musik mit Dudelsack und einer geraden kurzen Art Klarinette, wir kennen dieses Instrument nicht, sehr professionell, laut Internet könnte es eine bretonische Bombarde sein. Die Kathedrale liefert den würdevollen Hintergrund. Gegenüber wird eine Ausstellung über das Ende des Impressionismus bis 1939 gezeigt, eine sehr schöne und seltene Sammlung französischer Maler dieser Zeit. Leider ist der Katalog zu schwer, wir begnügen uns mit einem Plakat und Smartphone Fotos, hier wird ungeniert fotografiert. Am Bahnhof kaufen wir Fahrkarten für die Heimreise am Sonntag, dazu später. Am Bahnhof steht ein bisher nicht beachteter Literatur-Automat, an dem Kinder und Erwachsene Kurzgeschichten auf Knopfdruck ziehen können, sehr beliebt. Alles liest, bis der Zug kommt. Ich lese die Fabel der Wolf und der Hund von La Fontaine, sehr spannend, es geht um die Freiheit des hungernden Wolfes oder die Sicherheit des an der Kette liegenden Hundes, der gut genährt wird. Jetzt müde suchen wir das Hotel Oceania etwas außerhalb, das sich entgegen aller Skepsis gegenüber Hotels als großzügig und mit gutem Abendmenue erweist.

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Rangoulic-Le Fret-Camaret-sur-Mer 30.7.2019

Das Frühstück war, wie das Abendessen zuvor exzellent. Das Wetter versprach ab 11:00 Uhr trocken zu sein, Wind war vorhergesagt mit Geschwindigkeiten bis 7 Beaufort, böig. Also bis ca 60 km/h.

Wir fuhren skeptisch in Rangoulic/Landévennec los, Tropfen von Wasser auf Brillen und der Kleidung. Es geht gegen Westen nach Camaret, von Westen weht aber der Wind. Er ist so wechselnd und stark, dass bei den zahlreichen Anstiegen, trotz elektrischer Unterstützung, maximaler Einsatz gefordert ist. Wir fahren die ersten Kilometer an der Küste lang, biegen dann nach re auf die D791, später wieder rechts ab auf die D63 Richtung Lanveoc. Passieren den militärischen Flughafen und fahren kurz nach dem Ortsbeginn links ab, wieder an der Küste lang auf der D55 nach Le Fret. Nun sind 25 km geschafft, wir wollen zum einen Crêpe essen, zum Anderen an der Ablegestelle im Hafen nach der Fähre nach Brest fragen. Nach den Crêpes ist das Büro der Schiffsgesellschaft offen. Die Auskunft: für uns kein Problem, Fahrräder können nicht mehr befördert werden. Sie haben schon Reservierungen und sind voll.

Von Camaret-sur-Mer fährt aber ein Bus nach Brest, da könnten Räder befördert werden. Nach weiteren 10 km , weiter an der Küste lang mit Blicken auf Schiffe, Segel-Boote und den Atlantik kommen wir in Camaret-sur-Mer an. Der Eindruck ist toll. Der Hafen und die Hügel der Umgebung, Wasser und Grün, Blumen, Schiffe im Wasser und am Ufer , als Wracks und lebendig. Das Hotel de France ist rasch gefunden. Wir haben ein Zimmer mit Blick in den Hafen.

Das mit dem Bus muss allerdings nochmals geklärt werden. Die von der Reederei angegebenen Abfahrtzeiten stimmen nicht – und es gibt einen Bus nach Quimper, da wollten wir mit dem Zug von Brest hin. So fällt die Entscheidung, nicht nach Brest zu fahren, und den Bus um 12:15 nach Quimper zu fahren.

Ab 16:30 ist der Himmel blau, kaum Wind zu spüren.

Camaret-sur-Mer liegt auf der Crozon Halbinsel ganz vorne. Die Halbinsel ragt etwa 35 km in den Atlantik. Ist nach dem Landmassiv, auf dem Brest liegt, die nächste Landzunge. An ihrem meerseitigen Ende haben sich kräftige Ausziehungen ausgebildet. Nach Norden , oberhalb von Roscanvel, die Pointe des Espagnols, nach Süden die Pointe de Pen-Hir. Nach vorne , gerade aus ragt die Pointe du Toulinguet. Das Wort Pointe meint Landspitze. Rundherum ist Wasser des Atlantiks, in der Ferne, gut zu sehen die Landmassen. An den Konturen ist erkennbar dass das Land durch gewaltige Kräfte vor Millionen von Jahren auseinander gerissen wurde. Das stete kommen und Gehen des Wassers sorgte für die heutigen Küstenlinien.

Zum Abendessen buchen wir ein Lokal.

Heute windige 35 km

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Traonvoez nach Landévennec, La vieille ferme, 30.7.2019

Schlechtes Wetter ist angekündigt, bei unserer Abfahrt aus dem bretonischen Paradies Le Coquelicot weht es uns mit 40 bis 45 km/h um die Ohren, teilweise können wir nur mit Mühe die Räder in der Spur halten. Wir erreichen Irvillac, dann beginnt es zu regnen, dann zu gießen, der Wind peitscht den Regen ins Gesicht, man kann kaum etwas sehen. Was tun? Erstmal den nächsten groesseren Ort erreichen, das ist Henvec. Nach 13 km sind wir nass und erschöpft, aus unserer Reiseerfahrung gibt es da nur eine Lösung, ein Taxi. Aber wo dieses auftreiben? Wir halten einen Lieferwagen an, nein, sie nehmen uns nicht mit. Gegenüber der Kirche finden wir das Rathaus, es ist offen, die freundliche Angestellte am Empfang hilft, in 15 Minuten ist das Taxi da. Der Fahrer wechselt aber noch einmal das Auto, damit wir die Räder mitnehmen können, er erzählt, dass er regelmäßig Gepäck von Wandertouristen transportiert. Er ist aus Martinique. Nach dem Diplom in Frankreich kehrte er nach Martinique zurück, hatte dort aber keine Zukunft. Seit 30 Jahren lebt er jetzt hier mit seiner Familie. Selbst für ihn ist es schwer, unsere Unterkunft La vielle ferme auf der Halbinsel Crouzon zu finden. Dann sind wir da, Madame etwas irritiert, weil wir schon so früh da sind, aber angesichts unseres desolaten Zustandes macht sie uns erstmal einen Café. Die Besitzer der kleinen Pension zeigen uns abends stolz, wie sie aus einer Ruine drei Appartements geschaffen haben. Die ehemalige Scheune ist gemeinsamer Essensraum und Küche. Der Hausherr kocht, am grossen Tisch wird gemeinsam gegessen, kein Handy, Musik aus dem Radio. Das Menü köstlich, eine Gemüsesuppe, Blumenkohl/Lauch mit Schweinebraten und Kartoffelgratin, Salat. Danach eine kleine Kaese Platte und eine Charantais Melone passiert als Dessert. Die Hausfrau gibt auf, rund um den Tisch fühlen sich alle wohl, die Kinder spielen Verstecken mit einem einzigen Würfel . Die Tradition des gemeinsamen Abendessens finden wir hier in der Bretagne noch überall, zumindest fernab der Touristenzentren und der grossen Hotels. Was man auch feststellen kann, ist der enge Bezug zur bretonischen Sprache, nicht nur, dass die Orte zweisprachig angegeben werden, bretonischsprachige Schulen werden angeboten, in letzter Zeit nehmen die Hochzeiten und Taufen in bretonischer Sprache wieder zu. Auch die Verbundenheit mit der katholischen Region ist nicht nur durch die alten Kirchen und Pfarreien präsent, in Broschüren für die Touristen wird auf die enge Bindung der Bretagne mit der Religion hingewiesen. Während die französischen Protestanten(Hugenotten) im 16. Jahrhundert in 8 blutigen Glaubenskriegen um ihre Anerkennung kämpften, die Krone in England mal katholisch, mal protestantisch regierte, schlossen sich die Katholiken in der Bretagne eng zusammen und suchten Anschluss an das katholische Spanien…..

Draußen tobt immer noch der Wind, wir hoffen, dass es morgen besser wird. Weather pro verspricht es zumindest.

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Sibiril-Berven-Landivisiau-Martyre- La Roche-Maurice-Saint Urbain 28.7.2019

Wir fahren nach dem Frühstück los. Heutiges Ziel ist ein Quartier bei Saint Urbain, Traonvoez . Es ist bedeckt, ca 22 Grad, milder Wind. Ab Abfahrt stetiges bergauf und bergab. Erste Überraschung ist Berven, Teil von Plouzévédé. Eine Kirche , einst Pilgerziel, von 1531 mit einem Triumphportal benannten Eingangstor und einem Turm mit offen sichtbaren Glocken. Reicher Schmuck mit Figuren , Blumen, Monstern aus Stein geschlagen. Die Figuren sollen beim Bau der Tuilerien in Paris und des Louvre Beispiel gegeben haben.

Wir sind auf der D35 und kommen nach Landivisiau. Es ist Sonntag , der Ort wirkt Menschenleer. Wir folgen nun der D 712 an der Élorn lang bis Roche Maurice. Der Fluss mündet bei Brest als mächtiger Strom in den Atlantik. Die unteren Kilometer unterliegen dem Einfluss der Gezeiten. Hier ist es ein klares, kleines Wasser, das ruhig fließt. In Plounéventer eine Kirchenruine, auch aus dem Anfang des 16. JH am Ufer der Élorn gelegen.

Auf der kleinen Brücke ein Angler, der sich zum Fliegenfischen vorbereitet und dann in den fluss steigt. Er erklärt, dass im Wasser Forellen und Lachse vorkommen, diese immer seltener, bei Brest Fischen sie mit großen Netzen, so dass die Fische nahezu vollständig weggefangen werden und nicht zum Laichen hochkommen.

Wir kehren an einer Creperie , einer alten Mühle am Fluss ein. Es gibt Cidre, der übrigens aus Tassen getrunken wird, die gut für Kaffee gemacht sein könnten, Crêpe und Galettes. Crêpe sind bekannt, in der Regel süß. Galettes werden aus Blé noir gemacht, einem Buchweizenmehl, und vertragen sich mit Wurst, Schinken, verschiedenen Käse Sorten, Gemüse und mehr. Die Wirtin ist aus Ouessant einer Insel , ca 20 km vor der bretonischen Küste, quasi einem Wächter vor der Einfahrt in den Ärmelkanal. Sie war über 10 Jahre in Paris arbeiten, nun ist sie nach Hause, zumindest in die Bretagne zurückgekehrt. In der Jugend sprachen die Großeltern nur bretonisch mit ihnen. Sie kann es noch.

In La Roche-Maurice überqueren wir den Fluss. Die Straße steigt an und wird für 6 km berghoch gehen. Bis Martyre, hier erneut eine alte Kirche, Anfang des 16. JH gebaut. Zufällig ist ein Junger Mann da, der Führungen anbietet. Er bietet sich an uns die Kirche zu zeigen und die besonderen Merkmale des bretonischen Kirchenbaus in dieser Zeit zu erläutern.

Die Kirche hat wunderschöne bunte Fenster aus dem 16. JH und im vorderen Drittel rechts und links zum Altar weisend etwas, was wir noch nie gesehen haben. Ein steinernes Xylophon, Aus Granit gemachte Säulen, jede anders, dünner, breiter, Podeste verschieden, die jeweils auf einen anderen Ton gestimmt waren. Sie repräsentieren die damaligen Kirchentonarten. Heute sind Sie durchscheinende „Raumteiler“, anschlagen und Töne erzeugen darf man nicht. Sie heißt Saint Salomon. Eine umlaufende Mauer und Erhöhung war zum Schutz vor dem Eindringen von Schweinen, die zum Weiden getrieben wurden, gedacht.

Jetzt nur noch Etwa 10 km bis Saint Urbain, dem Ortsteil Traonvoez. Es sind ruhige Straßen ( D764 und die D87) durch Fekder und Wälder. Wenig Verkehr. Wir fanden es über bookingcom. Bei der Ankunft ist es ein ehemaliger Bauernhof, aus Stein, die Begrüßung ist herzlich. Wir bekommen Brot , Schinken, Käse, Cidre, Äpfel, Erdbeeren aus dem eigenen Garten und zwei Eier zum Abendessen angeboten. Wir essen draußen, bei totaler Ruhe, Blick über Täler und Hügel.

Das Haus ist typisch bretonisch. Aus Stein gebaut, auf beiden Giebelseiten Schornsteine. Die Steine und deren Farbe wechseln mit dem Angebot der Region, auch die Größe. Manchmal auch mehrere aneinander gesetzt. Das Muster ist aber typisch. Gedeckt ist es meist mit Schiefer. Die Fensterläden können bunt sein, zum Beispiel blau.

47 km ca 800 Höhenmeter.

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Sibiril – Plouescat – Kirfissien – Pont Neuf – Sibiril 27.7.2019

Heute ist freier Tag, wir fahren auf den Markt im nahen Plouescat, ohne Gepäck rollen die Räder so leicht… Die Sonne scheint, ein äußerst angenehmer Bretagne Wind weht uns um die Nase. Die alte Markthalle steht leer, bei dem Wetter sind alle Stände draußen aufgebaut. Man sieht teure Kinderklamotten neben bester französischer Kaeseauswahl und der bretonischen Andouliette, einer Wurst mit Innereien, die wir bisher noch nicht probiert haben. Die Zwiebelzoepfe fehlen nicht, ein handbestickter Kelim lockt, ist aber zu teuer und glücklicherweise zu schwer. Im Café trinken wir Kir vin blanc und Café au lait wie immer, danach bummeln wir mit dem Rad an der Küste zurück mit Stop in Kerfissien, ein Tip von Andrea und auch ein Geheimtipp für alle, die wissen wollen, wie ein weisser langer Sandstrand mit klarem Atlantik in allen tiefgruenblauen Farben aussieht. Die Wellen Rollen heute langsam heran, das Baden ein grosser Spass, das Meer hat hier nur 16 Grad, die Sonne ist so stark, dass wir es als angenehm empfinden.

Mit viel Sand folgen wir der V5, der Veloroute 5 entlang der Küste und, neugierig, fahren wir immer wieder die kleinen Stichstrassen zum Strand hinunter. Dabei entdecken wir Port Neuf, weniger ein Hafen denn eine kleine Bucht, in der eine Gruppe von Segelbooten auf Ausflüge wartet, alle mit der Nase zum offenen Meer hin vertäut. Ein winziger idyllischer Ort, beschaulich.

Abends fahren wir nochmal 6 km in den Hafen von Mogueriec, um dort im La Marina Austern und Muscheln zu genießen. Faulsein ist wunderschön…. Aber Faulsein muss man auch können, das ist wohl mehr unsere Baustelle.

Km 44

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Cléder-Sibiril 26.7.2019

Frühstück mit selbst gemachten Marmeladen und Brot, auch süßem Gebäck. Sigi hat das Ladekabel des Mobil-Telefons im letzten Hotel vergessen. Zurückfahren kommt nicht infrage.

Der Tabakladen hat erstaunlicherweise Ersatz. Das wird gekauft.

Vom Himmel fallen erst Tropfen, dann dichter Regen. Der Wind weht. Es ist fast 20 Grad kühler als gestern. Wir fahren los zu unserem Quartier im Süden des Nachbarortes. Hier wollen wir, auch wegen Wäsche waschen 2 Nächte bleiben. Folgen zunächst der D 10. Zwischendurch regnet es so stark, dass wir uns in die Gerätehalle eines Bauernhofes retten und warten. Nach 20 Minuten geht es weiter. Heute riecht die Bretagne hier in der Gegend intensiv nach Kuhmist. Ein Bauer hat Unmengen gestreut.

Wir verfahren uns etwas, finden aber mit Befragen der Zufälligen, die unsere Wege kreuzen, das Quartier. Das Gepäck wird abgeladen – und wir fahren ans Meer. Es ist zwar frisch, aber Birgit träumt vom Bad im Atlantik.

Unterwegs passieren wir ein beeindruckendes Schloss. Das „Château de Kerouzéré“ ist das einzige, noch aus dem Mittelalter stammende Schloss der Bretagne, es ist vollständig aus Granit erbaut. Es stammt aus der ersten Hälfte des 15. JH. Seit Anfang des 19. JH steht es unter Denkmalschutz. Wegen der Nähe zur Küste und der Sichtbarkeit vom Meer her würde es mehrfach, insbesondere von Engländern angegriffen. Das führte zur Erlaubnis zum Bau von Wehrtürmen mit über 7,3 Meter Durchmesser. Heute noch kann man über die Türme auf einen Wehrgang oben kommen und wird mit der Aussicht belohnt. Engländer wurden nicht gesichtet. Ein etwas verwilderter Schlosspark und Stallungen umgeben das Haus. Jemand betreibt Landwirtschaft. Bretonische Pferde grasen.

Weiter nach Moguériec, im Hafen Ein lokal. Wir essen Meeresgetier . Eine Meereskrabbe sorgt für längeres Essen. Es wird vielerlei Werkzeug gereicht, um mit den Herausforderungen fertig zu werden . Das Fleisch, es ist insgesamt nicht viel, belohnt für die Mühe.

Am Meer ist Flut. Das Wasser hat 16 Grad, Wellen bis 2 Meter. Die Surfer beklagen sich darüber, dass im Winter die Wellen viel höher seien. Wir sind trotzdem beeindruckt. Sitzen und lauschen dem Wellenspiel, beobachten die Surfer und freuen uns mit Ihnen, wenn sie es schaffen länger auf ihren Brettern stehen zu bleiben. Irgendwann entscheidet sich Birgit den Kontakt zu wagen – und schafft es die Oberschenkel nass zu kriegen. Derweil hüpfen abgehärtete Frauen, Männer und Kinder durch das Wasser.

Der Regen und der Wind haben den dominanten Geruch vertrieben. Es ist ein schönes Haus mit alten Möbeln und Sicht auf Hügel und Felder. Abendessen im Quartier. Der Himmel ist nun freundlich, wir essen eine kalte Mahlzeit mit Brot, Wurst, Käse, Sardinen und Tomate. Köstlich

Heute 25 km

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